Architektin
Elisabeth Sundt

(1928-2005)

Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit: 1952 Diplom an der TU-Wien, ab 1957 freischaffende Architektin bis 1970, langjähriges Mitglied des Sektionsvorstandes der Wiener Architekten und verschiedener Ausschüsse

Auszeichnungen und Ämter: 1981 Baurat hc.

Vita

Als Werkstudentin Mitarbeit auf Baustellen wie das Ennskraftwerk Mühlrading, beim Kunsthistorischen Museum und beim Hochhausbau am Margeretener Gürtel, beides in Wien. Nach dem Studium stellvertretende Leiterin der Unimac (Universale-Hofman & Maculan), eine der großen Auslandsbaugesellschaften in Wien, und Leiterin der Planungsabteilung. Dabei wurden große Bauvorhaben geplant und gebaut, bis zur Materialbeschaffung und zur maschinellen, technischen Ausrüstung hin organisiert, vorwiegend in Afghanistan aber auch anderen Ländern und in Österreich. Vorwiegend Industrieanlagen, etwa für die Baumwoll- und Erölverwertung, Krankenhausbau, Verwaltungs-, Büro- und Bankgebäude, Altstadtsanierung, die Telefonzentrale und das kgl. neue Außenministerium in Kabul. Weiters Hotel- und Kinoprojekte, Kraftwerksanlagen, Druckstollenbau, eine Brücke bei Baghlan. Dabei erste Projekte für Fabriken und Hallen in einfacher Fertigteilbauweise unter Berücksichtigung der örtlich gegebenen Erdbebengefahr. Daneben auch in die Patententwicklung (Dr. Maculan) eingeschaltet, etwa beim U-Bahnröhrensystem für Wien, beim Spanndrahtdach, in der Produktentwicklung, etc.

Ab 1957 Eröffnung eines eigenen Büros als Architektin. Entwicklung und Planung von Demonstrationsbauten für ein "Österreichisches Normpost- und Wählamt mit einem Volumen von 200 Einheiten in 4 verschiedenen Typen für genormten betrieblichen Ablauf, einschließlich der Einrichtung und der Entwicklung eines straffen Terminplans. Ohne nationale Erfahrungen im "Fertigbau" konnte das Projekt realisiert werden. In der Folge Entwicklung von Schul- und Krankenhauspavillons. Diese waren demontabel und wieder verwendbar konstruiert. Einige davon wurden zwischenzeitlich auch bereits umgestellt. 1962 erste mehrgeschossige schlüsselfertige Schulanlage für die Stadt Wien, in 1210 Rockgasse, in Massivfertigteilbauweise. Fast gleichzeitig Betrauung mit der technisch-geschäftlichen Oberleitung für 2 weitere großen Schulen in Wien um dort entsprechendes Know-How in der Realisierungstechnik umzusetzen.

Ab Mitte der 60er Jahre setzt dann eine breiter Entwicklung des vorgefertigten Massivbaus insbesonders im Schulbau bei Bund und Ländern ein. Neben den großen Projekten werden immer wieder auch "schnelle Einfamilienhäuser" gebaut. Entwicklung von Mehrzweckbauten. Dazu 1969 eine Studie für die Stadt Wien. Dabei wurde für große neue Wohnhausanlagen untersucht, wie man den auf Grund der gleichgeschalteten Altersstruktur der Bewohner kurzfristigen Überbedarf an Schulraum später ohne großen Adaptierungsaufwand umwidmen könnte. Bei den Objekten war die Erweiterbarkeit, eine etappenweise Umwidmung, die variable Ausführung nach Bauweise, Architektonisch Kriterien und dem örtlichen Stadtraum variabel zu strukturieren. Entwicklung mehrerer Prototypen.

1971/72 Realisierung eines ersten größeren Experimentalbaus in der Per-Albin-Hannson-Siedlung Ost federführend mit einer Wiener Architektengruppe. Gendarmerieposten in St. Egyden im Mittelabschnitt der Neukirchner Allee. 1977/78 Barockhaus "Zum grünen Kranz" in 1020, Taborstraße mit benachbartem Neubau und gemeinsamer Tiefgarage. Bankpavillon in 1200, Adalbert-Stifter-Straße Privathaus in NÖ, Forchtenau diverse Bauten und Projekte für die Gendarmerie, die Postverwaltung, das Amtshaus in Retz, Geschäftslokale, Einfamilienhäuser, Biedermeiervillen, Spitalsküchenanlagen, Bankfilialen und anderes.

Quelle: architektur aktuell, Heft 86, 15. Dezember 1981, Seite 21-23